2005, Reise durch Myanmar - Frank2016

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2005, Reise durch Myanmar

Reisen
Unsere erste Reise nach Asien führte uns nach Myanmar (Burma). Zu weiteren Fragen über Reisebüro, Reiseleitung und der ganzen Organisation gebe ich auf Anfrage gern weitere Informationen. Hier möchte ich nur den Reiseverlauf grob skizzieren.
Am 16.1.05 treffen wir in Yangoon ein. Hier, wie auch überall im Land haben wir keine Chance, unsere Koffer selbst einige Meter zu tragen. Überall sind sofort Helfer zur Stelle. Manchmal haben wir wirklich das Gefühl, man möchte uns Fremden gegenüber einfach nur freundlich sein und helfen. Hier auf dem Flughafen scheint man aber das Recht, die Koffer zu tragen, regelrecht einzufordern. Wie wir noch nicht wissen, aber bald erfahren, erwartet man ein festes Trinkgeld von 300 Kyat pro Gepäckstück, wobei es immer anfällt, auch wenn der Transportweg nur 20 Meter ist.
Der Reiseleiter erwartet uns am Flughafen, stellt sich mit dem Namen Thu vor, holt uns 2 Leute mit dem Taxi ab und wir  beziehen Quartier im Thamada-Hotel. Wir bekommen sofort das Gefühl, unsere Rundreise hier ist bestens organisiert. Auch während der folgenden Tage gibt es keine Probleme mit der Organisation und wir werden rundum zufriedengestellt. Viele Grüße von hier aus an ihn!
Wir werden im Hotel sehr freundlich begrüßt und wie wir bei der weiteren Reise feststellen, begegnet uns diese Freundlichkeit überall. Gerade dies gehörte zu den wichtigsten Erfahrungen in diesem tollen Land. Wobei wir auch manchmal das unangenehme Gefühl bekommen, hier wie neue Kolonialisten behandelt zu werden, was uns auch ein wenig beschämt. Je weniger touristengewohnt die Leute aber sind, desto natürlicher und angenehmer aber erscheint uns diese Freundlichkeit. Das Land ist erst seit einigen Jahren wieder für Touristenbesuche geöffnet. In einigen Zentren ist aber das Leben trotzdem schon sehr auf die Ausländer und deren Geld ausgerichtet. Dies kann manchmal auch schon lästig werden, weil man häufig die zahlreichen Händler abwehren muss. Davon abgesehen finden wir die Menschen hier aber als sehr angenehm.
Am gleichen Tag lernen wir noch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt kennen: Sule-Pagode, Scot-Market, eine Reihe von Gebäuden aus der Kolonialzeit, einen 70-Meter langen liegende Buddha und natürlich das beeindruckendste, was man hier sehen kann: Die Shwedagon-Pagode. Wir sind völlig überwältigt. Zu der ganzen Pracht der goldenen Bauwerke kommen die zahlreichen farbenfroh gekleideten fröhlichen Menschen, die wir hier treffen. Fotoseite Yangon
Am nächsten Tag heißt es sehr zeitig aufstehen, denn wir fliegen mit der Air Mandalay weiter in die Stadt Mandalay. Wir werden vom Flughafen abgeholt und fahren durch ursprüngliche Dörfer bis zum Kloster in Amarapura. Zu dieser Zeit kommen gerade die Mönche zum Essen. Uns begegnet eine völlig fremde Welt. Wir fühlen uns noch neu hier und möchten dies auf zurückhaltende Art auf uns wirken lassen. Es ist aber gleichzeitig mit uns ein Touristenbus eingetroffen, deren Insassen an einer Art Foto- und Videowettbewerb sich relativ "brutal" über ihre "Opfer" hermachen. Wir können es kaum fassen, wie freimütig sich die Mönche ablichten lassen. Vermutlich braucht es noch ein paar Jahre Tourismus, bis man diese Art Zoobesuche vielleicht einschränken wird.
Wir erleben während das ganzen Aufenthaltes rund um Mandalay eine doch sehr große Armut. Das Leben hier dreht sich um die einfachsten Dinge. Trotz der wirklich ärmlichen Lebensumstände begegnen uns die Menschen fast immer nur fröhlich und farbenfroh gekleidet.
Weiter fahren wir zum Hügel von Sagaing, einem religiösem Zentrum des Landes. Dort sehen wir 45 Buddha-Statuen. Wir müssen uns daran gewöhnen, zigmal am Tag unsere Schuhe auszuziehen und beschließen, unsere Schuhbekleidung zu vereinfachen. Einheimische tragen sowieso zu 100 Prozent nur diese typischen Latschen, egal, ob sie laufen, Auto fahren oder gerade auf Gerüsten herumklettern. Fotoseite Mandaley
Unweit davon besuchen wir die weithin berühmte U-Bein-Brücke, eine 1.2 km lange, aus Teakholz errichtete Brücke, welche ca. 200 Jahre alt ist. Sofort werden wir als Touristen von Händlern und deren Kindern entdeckt und bestürmt. Einige Kinder lassen uns während des ganzen Besuches an der Brücke nicht mehr aus den Augen, begleiten uns die ganze Zeit und versuchen sich mit uns zu unterhalten und natürlich auf ihre Verkaufsstände aufmerksam zu machen. Anfangs erschien uns als etwas lästig bei unserer Besichtigungstour. Aber man muss sich irgendwie engagieren, es teilweise ignorieren und irgendwie das beste daraus machen. Hat man sich erstmal daran gewöhnt, und nutzt die Begleitung zur Unterhaltung mit den Kindern, so beginnt es Spaß zu machen. Die Kinder lernen auch so ganz nebenbei mit viel Interesse ein paar deutsche Worte. Klar können wir den Ort nicht verlassen, ohne ein paar Geschenke zu verteilen. Fotoseite U-Bein-Brücke
Wir besuchen einige Manufakturen: Seiden-Weberei, bzw. Stickerei, Marmorsteinmetze und ein Betrieb der  Blattgoldherstellung. Die sehr harte Arbeit wird teilweise von Kindern durchgeführt.  Wir bekommen einen Eindruck von den doch sehr einfachen, geradezu ärmlichen Bedingungen. Andererseits erkennen wir auch schnell die Absicht, uns hierher zu führen. Die staatlichen Manufakturen verkaufen an Touristen nur gegen Dollar. Natürlich schafft auch dies Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten. Doch wir beschließen, unser Geld lieber bei den einfachen Leuten auf der Straße auszugeben. In der Umgebung von Mandalay besuchen wir noch einige sehr eindruckvolle Pagoden. Den Sonnenuntergang erleben wir vom Mandalay-Hügel mit Blick auf jede Menge vergoldeter Stupas.
Auch am folgenden Tag starten wir schon vor Sonnenaufgang. Wir besteigen ein Schiff, welches uns auf dem breiten Fluß Ayeyarwady von Mandalay nach Bagan bringen wird. Für die geschätzten vielleicht 80 oder 100 km Entfernung  brauchen wir den ganzen Tag. Wegen dem sehr flachen Wasserstand in der Trockenzeit muss das Schiff sehr viele Umwege fahren. Unterwegs sehen wir einen schönen Sonnenaufgang und eine Vielzahl von kleinen, sehr einfachen Bauerngehöften. Zweimal legt das Schiff an und sofort werden wir von jungen Frauen bestürmt, welche uns Lebensmittel bzw. Stoffe verkaufen wollen. Ein freundlicher Blick zur Begrüßung von mir und schon fliegt das erste Bündel Bananen über die Reeling. Ich überlege kurz: Werfe ichs zurück oder kaufe ich. Ich kaufe, obwohl wir nicht wirklich hungrig sind und ernte große Dankbarkeit, die ich gleich noch für ein paar Fotos nutze. Offensichtlich habe ich auch viel zu viel bezahlt, deshalb kommt noch ein Beutel leckere Snacks angeflogen. Als abends das Schiff schließlich anlegt, das typische Bild: Es stürzen sich sofort ein paar Dutzend junge Männer auf uns Ankömmlinge, bzw. auf unser Gepäck. Da der Ausstieg aus dem Schiff etwas beschwerlich ist und es auch gleich ein Stück den Berg hinauf geht, ist diese Hilfe durchaus von Vorteil. Als wir schließlich Trinkgeld geben, macht uns der Träger aber klar: Für diese 100 Meter Koffertransport ist der doppelte Satz angemessen. Keine schlechte Geschäftidee, für 10 Minuten Arbeit einen Verdienst einzufordern, für den ein Mädchen am Webstuhl einen ganzen Tag arbeiten muss. Da aber die Leute hier auch bei Arbeitslosigkeit keinerlei Unterstützung erhalten, sind sie eben auf jede Art von Einkommen angewiesen, und für manche ist es das einzige Einkommen, einmal am Tag einen Koffer zu tragen. Für uns tut dieses Trinkgeld nicht wirklich weh. Nur macht man sich Gedanken: Wo führt die Erkenntnis, so sein Geld zu verdienen auf lange Sicht hin? Fotoseite Ayeayrwady
Abends beziehen wir Quartier im Ruby True Hotel in New Bagan. Es sind Bungolows in einer gartenähnlichen Anlage. Wir fanden dies der eindrucksvoll, auch die große Anzahl von Personal. Wir haben den Eindruck, das wenigstens ein Hotelboy nur für uns allein da ist, denn immer wenn wir ins Freie treten, ist sofort ein Boy, manchmal sind es sogar drei, zur Stelle und schauen nach, ob wir einen Wunsch haben. Abends erleben wir noch den Sonnenuntergang über dem einzigartigen Pagodenfeld von Bagan. Das Abendessen nehmen wir unter freiem Himmel ein. Das Personal begleitet uns mit bunten Laternen zu unserem Tisch, eine tolle, sehr romantische Atmosphäre, dazu Live-Musik mit bunten Tänzerinnen.
Am Morgen nehmen wir wie üblich im Hotel das Frühstück ein. Als ich die Frage, ob ich meinen Kaffee mit Milch möchte, bejahe, gießt der Kellner die Milch gleich in die Tasse ein und ehe ich es auch schon richtig mitbekomme, rührt er mir auch gleich noch den Kaffee um. Trinken darf ich aber noch allein. Ebenso kann es passieren, das man während des Essens mit einem Fächer kühle Luft zugewedelt bekommt.
Der Tag dient der Besichtigung des Pagodenfeldes von Bagan. Dort gibt es cirka 2000 Pagoden aus dem 11-13.Jahrhundert. Für so eine Anlage gibt es weltweit kaum vergleichbares. Wir sind sehr beeindruckt, aber abends dann doch recht erschöpft von den vielen Eindrücken. Der Verbrauch an Filmmaterial erlebt heute einen neuen Rekord. Abends haben wir noch ein original burmesisches Essen mit Puppenspiel. Das burmesische Essen besteht aus Kokosreis, Schweinefleisch, Ziegenfleisch, Fisch, verschiedenem nicht klar bestimmbarem, etwas lange gekochtem Gemüse und einer großen Menge Chili und Knoblauch, sowie einem Gewürz aus dem Gemix von Dürrfisch und Zwiebel. Fotoseite Bagan
Wie sich in der Nacht herausstellte, forderte das seit einigen Tagen ungewohnte Essen nun doch Tribut. Für die folgenden Tage werden wir unsere Speisen gewählter aussuchen und bestimmte Dinge vermeiden müssen.
Am Morgen des folgendes Tages reisen wir mit dem Auto weiter nach Kalaw. Aber vorher erleben wir noch einmal den Sonnenaufgang zwischen den Pagoden von Bagan. Eine junge Frau sucht das Gespräch mit uns, während wir auf die Sonne und den richtigen Fotografiermoment warten. Schließlich müssen wir bei ihr noch ein Gemälde kaufen.
Unterwegs dann besuchen wir eine Schnapsbrennerei, eine Erdnusölherstellung, verkosten Gemüse aus Teeblättern sowie verschieden zubereitete Nüsse. Da wir den gebrannten Schnaps aus eigener Herstellung natürlich kosten müssen, verschenken wir eine kleine Flasche Weinbrand aus deutscher Herstellung. Das löste soviel Begeisterung aus, das wir schließlich mit einer großen Tüte Kostproben aus eigener Herstellung den Ort verlassen.
Die Autofahrt über 300km ist doch recht beschwerlich. Statt gewohnte Aspaltstraßen erwarten uns staubige und holprige Lehmpisten. Zudem wird hier im Gebirge das Auto recht heiß und wir müssen auf eine Klimatisierung verzichten. Aber unterwegs gibt wirklich sehr viel zu erleben, was die Fahrt doch sehr interessant macht. Abends erreichen wir die alte Kolonialstadt Kalaw.
Am nächsten Tag wollen wir das nächste Etappenziel erreichen, den Inle-See. Das Hotel liegt mitten in diesem wunderschön gelegenem See. Wir müssen vom Auto auf ein Motorboot umsteigen, fahren vorbei an den schwimmenden Gärten und erleben die berühmten Einbeinruderer beim Fischen. Die Erlebnisse am Inle-See gehören zu den schönsten unserer Reise. Schon am einmalig schön gelegenen  Hotel werden wir sehr freundlich mit Hausmusik empfangen. Auch was wir sonst hier erleben, ist an Freundlichkeit und Aufmerksamkeit nicht zu überbieten. Zur Besichtungstour am Inle-See gehört der Besuch des schwimmenden Marktes. Hier werden wir sofort bei unserem Eintreffen von anderen Booten mit Händlern sehr bedrängt. Wir können kaum entkommen, ohne das wir das eine oder andere Stück kaufen. Da wir die Not der Menschen spüren, versuchen wir auch, dem einen oder anderen zu helfen, indem wir einige Mitbringsel erwerben. Bei der weiteren Rundfahrt besuchen wir eine Seidenweberei, eine Lotusspinnerei, eine Zigarrenherstellung, eine Eisenschmiede, eine Silberschmiede und einen Bootsbau. Diese staatlichen Manufaktoren bieten qualitativ hochwertige Produkte, doch haben wir beim Vergleich der Preise zu den einfachen Anbietern den Eindruck, hier sollen Mittel der Touristen abgeschöpft werden. Die Artikel der Silberschmiede sind sehr filigran und beeindruckend, kosten deutlich mehr als vom fliegenden Händler. Wir wissen aber, das laut Zollbestimmungen nur der Ausfuhr von Silberwaren aus der staatlichen Manufaktor erlaubt ist, alles andere geahndet wird. Wir beschließen, das wir eigentlich gar keine Silberwaren brauchen.
Am Abend machen wir noch Station am Kloster der springenden Katzen. Da gelingt es doch tatsächlich einem Mönch, seine sehr abgemagerten Katzen so zu trainieren, das diese bis zum einem Meter hoch durch Reifen springen. Als Belohnung gibt es "lecker" Dürrfischschwänze. Wir werden unserer wohlgenährten Katze davon berichten.
Am nächsten Morgen spricht uns ein Mitarbeiter des Hotels am Inle-See an, er wolle uns doch gern zu einem Spaziergang durch das angrenzende Dorf einladen. Über viele schmale Stege und kleine Brücken gelangen wir schließlich auch zu einem kleinen Dorf, welches bisher wohl selten von Touristen besucht wird. Dementsprechend unbefangen und etwas neugierig werden wir von den Bewohnern fast jedem dieser Pfahlhäuser begrüßt. Kinder winken uns hinterher und wollen mit uns Späße machen. Wir sind begeistert. Zwischen den Häusern stehen Bananenstauden und Mangobäume. Am Ende dieser Tour haben wir noch die Gelegenheit, die Produktion von Bonbons aus Zuckerrohr kennenzulernen. Mit einen mindestens 100 Jahre alten Zuckerrohrpresse, welche wohl die Engländer mal hier hinterlassen haben, pressen die Dorfbewohner ihr Zuckerrohr aus, kochen den Saft in großen Bottichen, bis er karamelisiert. Anschließend wird der kochende Saft auf Bambusmatten ausgegossen und getrocknet. Natürlich kosten wir die Produkte und halten sie für geniessbar. Fotoseite Inle-See
Mit dieser Besichtung ging der Aufenthalt am Inle-See zu Ende. Wir nehmen Abschied, indem das gesamte Hotel-Personal unserem Boot hinterwinkt, bis wir dem Blick entschwinden. Am Abend noch fliegen wir in die Hauptstadt Yangoon zurück.
Die letzte Station unserer Reise ist der berühmte Goldene Felsen. Wir starten früh zeitig und fahren an Reisfeldern, Melonenplantagen, Pfefferfeldern, Erdnussplantagen und Mangobäumen vorbei. An der Talstation müssen wir das Taxi verlassen und auf einen  Pickup warten. Ein Mädchen schenkt uns spontan Mandarinen. Wir schenken ihr einige Stickers aus Deutschland. Sofort herrscht große Freude. Schließlich startet unser Pickup hinauf in die Berge. Wir haben dank unseres Status als Ausländer einen etwas bequemeren Platz auf dem Auto als die vielen einheimischen Pilger, welche zusammengepfercht auf den Fahrzeugen sitzen müssen. Die letzten 300 Höhenmeter müssen wir zu Fuß weiter. Wir haben die Wahl, uns auch in einer Sänfte hochtragen zu lassen oder wenigstens unsere Rucksäcke einem der Träger zu geben. Das alles möchten wir nicht, sondern wollen nach vielen bequemen Tagen mal wieder etwas selbst tun, also laufen und tragen wir selbst. Oben angekommen, glauben wir, hier läuft bereits ein Volksfest. Wie sich herausstellt, ist zufällig gerade Vollmond. Das bedeutet, es treffen sich ein solch einem Abend tausende gläubige Buddhisten. Sie wollen hier die Nacht mit Meditation verbringen. Wir haben da natürlich viel zu sehen, finden auch im Hotel wegen des Geräuschpegels kaum Schlaf, was aber wenig stört. Am kommenden Morgen machen wir nochmals einen Rundgang um den Golden Rock. Die Gläubigen sind noch alle da, rüsten aber bei Sonnenaufgang zur Rückkehr. Auch wir kehren zurück, denn die Tage unserer tollen Rundreise sind schon zu Ende.....
 
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